Emotionale Fernsehbindung

Fußball macht doch noch Spaß!

Zwei Tage in Folge Spiele im Fernsehen, an denen Mannschaften beteiligt sind, zu denen ich eine emotionale Bindung habe – der Pokal macht es möglich.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber so richtig Spaß macht Fußball schauen – sowohl im Fernsehen als auch live – erst, wenn man für eine Mannschaft fiebert.

Als nicht Pay-TVler bin ich angewiesen auf die Gnade der Öffentlich-rechtlichen und der Premiere-Resteverwerter Sat1 und DSF. Zu Nationalmannschaftsspielen kommt durchaus noch Euphorie auf, bei Europapokal-Begegnungen jedoch reicht meinem Euphorie-Zentrum die deutsche Herkunft einer Mannschaft nicht unbedingt aus. Auch das aufgezwungene Live-Mitrechnen von 5-Jahreswertungen kann das nicht ändern.

Der DFB-Pokal bildet eine rühmliche Ausnahme. Die aufopferungsvollen Pokalfights von klaren Außenseitern, die ekstatische Stimmung in den Stadien der Amateure – das Gespür, dass das Spiel für diesen Verein und seine Fans das Größte seit Jahren sein kann.

Grandios.

Wenn ich jetzt noch den Kommentator abschalten könnte …



Neuer Tiefpunkt der Fußball-Fankultur

Ich finde es schon ein wenig erschreckend, dass mich die Leidenschaft zum Schreiben im Moment nur bei den dunklen Seiten des Fußballs packt – ich hoffe das ändert sich bald wieder.

Den neusten Tiefpunkt setzten die Berichte über Anhänger von Dynamo Dresden, die vermummt und mit Schreckschusswaffen bewaffnet, Spieler ihrer eigenen Mannschaft bedrohen und belästigen. Ich verstehe es nur zu gut, dass die Spieler sich überlegen, ob es überhaupt noch Sinn macht beim Verein zu bleiben. (Link zum Video)

Durch Misserfolge aufgebrachte Fans, die die Abfaht von Mannschaftsbussen verhindern kennt man ja schon. Auch vereinzeltes Bewerfen und Angreifen anderer Busse gab es bereits.

Nach den jüngster Ereignissen ist der Schritt zu südamerikanischen Verhältnissen nicht mehr weit. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Profi sein Leben wegen schlechter Leistung verliert oder ein Schiedsrichter für unpopuläre Entscheidungen hingerichtet wird.

Auf dem Platz bestimmen auch die Prügeleien, Schwalben und theatralischen Darbietungen das Geschehen.

“Mir ist schlecht”, schrieb ich bereits vor drei Wochen. So langsam kommt es hoch.



Borussia muss absteigen

Horst Köppel rechnet mit seinem Ex-Club Borussia Mönchengladbach ab – und das mit scharfen Worten:

Borussia muss absteigen, damit sich da oben was ändert. Dann wäre es zwar extrem schwer wieder hochzukommen. Steigt man aber nicht ab, wird sich da auch nix ändern.

Köppel, der den Verein 2005 in der Liga hielt und danach immerhin einen zehnten Platz schaffte, musste dem mittlerweile wieder abservierten Pseudo-Trainer Jupp Heynckes weichen.

Unter neuem Management schließt Köppel eine Rückkehr übrigens nicht aus.

Ob Abstiege wirklich eine befreiende Wirkung haben, wage ich zu bezweifeln. Man kann doch auch einfach so das Management rausschmeißen :)



Weltmeister 2010: Nigeria

NigeriaDa führt wohl kein Weg mehr dran vorbei: Nigeria holt sich die geballte deutsche Fußballkompetenz, um zum Angriff auf die Weltmeisterschaft zu blasen.

Der vor kurzem verpflichtete Cheftrainer Berti “Terrier” Vogts hat nun nach Thomas Häßler mit Uli Stein den zweiten Spezialisten verpflichtet. Häßler wird als Co-Trainer fungieren, Stein übernimmt den Posten des Torwarttrainers.

Ich bin echt gespannt, ob das funktioniert. Vogt hat sich bisher – trotz der EM 2006 – nicht den Rang eines Spitzentrainers erarbeitet, Häßler und Stein stehen noch am Anfang ihrer Trainerkarrieren.

Eine spannenden Konstellation ist es auf jeden Fall.



Die Liga bleibt unrosa

Lustiger rosa Vogel

Lange Zeit schien klar, dass die Telekom sich die Namensrechte an der Fußball-Bundesliga sichern wird – doch nun die Wende.

Nur 8,9 % der Bundesbürger ;) waren für einen Verkauf der Namensrechte und angesichts der eher schlechten finanziellen und medialen Lage des Konzerns, verzichtet man nun auf die 15 Mio. Euro-Investition.

Da sind wir gerade noch davongekommen.



Stadien in Google Earth

Da ja ein allgemeines Interesse daran besteht, die Stadien der Welt von oben zu betrachten, möchte ich auf ein interessantes Layer für Google Earth hinweisen.

Das Layer namens MASSIVE World Football Clubs 5400 zeigt die Position von tausenden (ich nehme mal an 5400) Stadien aus aller Welt. Meist sind auch Bilder der Sportstätte vorhanden und Wappen und Links der Heimvereine eingebunden.

Fußball-Stadien mit Google Earth finden

Zwar zeigt sich eine deutliche Häufung im europäischen Bereich, doch auch Exoten wie das Bairiki National Stadium in Kiribati sind dabei. :)

Besonders in Europa lassen sich viele Stadien finden

Aber auch exotische Fußballstadien sind dabei

Das ganze ist ein schöner Zeitvertreib und eine optimale Vorbereitung auf das nächste Auswärtsspiel.

Downloaden könnt ihr es hier.



Sachsen, unser Little Italy

Letzte Woche waren die Hooligan-Krawalle noch fern und alle diskutierten über mögliche Maßnahmen. Jetzt sind die italienischen Verhältnisse in Deutschland angekommen.

Nach den Krawallen beim Landespokalspiel zwischen Lok Leipzig und der zweiten Mannschaft von Erzgebirge Aue vom Wochenende, werden die Partien des nächsten Spieltags abgesagt. Betroffen sind die Landes-, Bezirks- und Kreisklasse sowie der Landespokal.

Der Präsident des sächsichen Fußballverbandes, Klaus Reichenbach, und DFB-Chef Theo Zwanziger schlossen auch drastischere Maßnahmen nicht aus. Neben Stadionsperren und Zwangsumzügen sprach Zwanziger auch von der Möglichkeit sich von Vereinen zu trennen.

In der Verantwortung sind nun die Vereine. Sie haben eine noch größere Verpflichtung gegen die aktuellen Tendenzen zu wirken als die Bundesländer und der DFB.

Ich habe ja letzte Woche schon gefragt:

Wer mag bei diesen Bedingungen noch mit seinen Kindern ein Fußballspiel besuchen?



Calcione – oder so

Warum sprechen die Journalisten überall von den Italienern und ihrem Calcio. Ja, ok, das heißt Fußball – nun sollte das jeder wissen. :)

Aber es schreibt doch auch kaum einer die Spanier und ihr fútbol, die Russen und ihr футбол oder die Holländer und ihr voetbal.

Warum also diese durchgängige Nutzung? Ist das chic oder hip?



Von Heesen tritt zurück – mein Tipp gilt also noch

Im ersten Moment dachte ich, dass ich mal wieder mit einem Tipp daneben liege, hatte ich doch auf Klaus Augenthaler als nächsten Rauswurf-Kandidaten getippt.

Jetzt bin ich beruhigt: Von Heesen ist selber zurückgetreten und überlässt die Mannschaft seinem bisherigen Assistenten Frank Geideck. Die Stimmung bei Arminina Bielefeld war nach seiner Nicht-Vertragsverlängerung eh auf dem Tiefpunkt – die Überraschung hält sich also in Grenzen.

Die Ansage bleibt: Nächster Rauswurf Klaus Augenthaler.



Video-Amateure

Bei den Hartplatzhelden wurden in dieser Woche die Gewinner des Jahres 2006 in den Kategorien schönste Torwartparade, gemeinste Grätsche, größter Pechvogel, schönster Torjubel und schönstes Tor bekannt gegeben worden.

Es sind ein paar nette Sachen dabei, besonders die Kleinsten verblüffen das ein oder andere Mal. :)

Außer Konkurrenz, aber trotzdem interessant ist dieser Beitrag: (mehr…)



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